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Verschiedene Kommunikations
arten

Seit den frühesten Zeiten haben die Menschen versucht, ihre jeweilige Gegenwart aufzuzeichnen und abzubilden. Was mit symbolischen Zeichen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu immer komplexeren Formen der Schrift, die über Jahrtausende auf unterschiedlichsten Materialien festgehalten wurden.

Im Unterschied zu Ton oder Papier lassen sich heute dank den digitalen Möglichkeiten alle Informationen und Gedanken nahezu zeitgleich ablegen, nach Belieben wieder aufrufen, bearbeiten und wieder löschen. Flimmert heute also eine neue Information oder ein neuer Gedanke über einen oder mehrere Server, so steht diese Information oder jener Gedanke allen bereits vor Augen und wir können morgens noch auf der eigenen Toilettenschüssel sitzend bereits mit der weiten Welt in Kontakt treten.

Doch wie haben sich wohl die vorigen Kommunikationsarten auf die vergangenen Gesellschaften ausgewirkt? Und wohin hat sich die heutige Gesellschaft durch die voranschreitende Digitalisierung entwickelt bzw. wie könnte sich die Gesellschaft von morgen durch die fortschreitende Digitalisierung noch entwickeln?

Historischer Werdegang

Die heute bekannten ältesten symbolischen Darstellungen sind verschiedene Wandmalereien, die vor rund 40 000 Jahren entstanden sind. Was zunächst mit einfachen Zeichen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu immer komplexeren Formen der Schrift. Auch wenn durch die fortschreitende Digitalisierung immer wieder neue Theorien über ältere, noch nicht anerkannte Kulturen entstehen, ist die Schrift nach heutigem Forschungsstand etwa 5 000 Jahre alt.

 

Funde der sumerischen Kultur aus Mesopotamien zeigen zu jener Zeit erste Tontafeln, auf denen Symbole eingeritzt wurden und hauptsächlich für wirtschaftliche Aufzeichnungen dienten. Etwa 3000 v. u. Z. kamen unsere Vorfahren auf die Idee, ein Symbol nicht nur stellvertretend für etwas Bekanntes zu verwenden, sondern es auch allein aufgrund ihres Lautwerts einzusetzen. So entstand das sogenannte Rebus-Prinzip, das in der flexiblen und komplexen ägyptischen Hieroglyphenschrift Anwendung fand (vgl. Jenni, 2010, S. 21). Mithilfe dieser Schrift konnten Regierungsgeschichten aufgezeichnet, Verordnungen erlassen, riesige Reiche geführt und imposante Gräber errichtet werden.

 

Später gelangten kanaanäische Wanderarbeiter zur Erkenntnis, dass aus einer Hieroglyphe jeweils nur noch ihr Anfangslaut verwendet werden konnte. Das Ergebnis war ein frühes konsonantisches Alphabet mit rund zwei Dutzend Zeichen, das sich im Laufe der Zeit über sämtliche Kulturkreise hinweg zu mehreren abstrakten Schriftsystemen weiterentwickelt hat. Parallel dazu setzte sich in Ägypten das erschwingliche Material namens Papyrus durch, womit in der Antike die ersten Bücher und Bibliotheken hervorgingen. Dies ermöglichte es einzelnen gesellschaftlichen Gruppen, lesen und schreiben zu lernen, wodurch sich innerhalb dieser Gruppen kulturelle Entwicklungen in Künsten, Philosophie und Wissenschaften entfalteten.

 

Mit dem Zerfall des Römischen Reichs und dem dazugehörenden Wegfall des ägyptischen Papyrus gewann um ca. 300 n. u. Z. mit dem Aufkommen des christlichen Zeitalters ein Schreibmedium namens Pergament zunehmend an Bedeutung, das im Vergleich zum preiswerten Vorgänger ein äusserst seltenes Gut war. Der Übergang von der Antike zum Mittelalter wurde somit stark vom Übergang des Papyrus zum Pergament geprägt, was mit weiteren Einschränkungen schriftlicher Praxis einherging. Um 200 v. u. Z. entwickelte sich im Kaiserreich China ein Vorläufer des heutigen Papiers. Rund 950 Jahre konnte das Kaiserreich sein Papiergeheimnis hüten, bis es nach der Schlacht von Talas im Jahr 751 n. u. Z. in den islamischen Raum gelangte. Das neue, leicht herzustellende und preiswerte Schreibmaterial begünstigte in den islamisch geprägten Regionen Zentralasiens administrative, bildungsbezogene und wissenschaftliche Entwicklungen und trug so zu weiteren bedeutenden Fortschritten bei. 

 

Als die islamischen Wissenschaften zusammen mit dem Wissen um die Papierherstellung die westliche Welt erreichten, entwickelte sich im 15. Jh. der mechanische Buchdruck, der die Verbreitung von Wissen erheblich beschleunigte und langfristig tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen begünstigte.

Neben der im Vorderen Orient entstandenen Schriftentwicklung existierten und existieren weltweit viele eigenständige, nicht-alphabetische Schriftsysteme und Kommunikationsformen. Dazu zählen beispielsweise die logosyllabische Maya-Schrift der mesoamerikanischen Kulturen, das quipu-basierte Knotensystem der Inka sowie die chinesische logographisch-morphematische Schrifttradition „Hanzi“.

Diese Beispiele zeigen, dass sich Schrift- und Kommunikationssysteme in verschiedenen Weltregionen unabhängig voneinander entwickeln und stets neue Formen annehmen.

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Die digitale
Revolution

Der Grundstein für das heutige Internet wurde schliesslich in den 1960er Jahren in den USA gelegt. Mit ihm eroberte die Digitale Revolution langsam aber sicher unsere Weltgemeinschaft.

 

So finden heute Veränderungen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt sowie im öffentlichen und privaten Leben in schnellem Wechsel statt, und Innovationen und Erfindungen schreiten dank eines beschleunigten und global vernetzten Austauschs schneller voran als je zuvor. Eine sich ständig verändernde und schnelllebige Konsumgesellschaft erwacht, in der wir alle zu Anbietern und Abnehmern verschiedenster Waren werden. Wie die industrielle Revolution und damit die Industriegesellschaft 200 Jahre zuvor neue Erfindungen und Entwicklungen in massivem Umfang hervorgebracht und eingesetzt hat, füllen auch wir heute unseren Planeten mit unzähligen Dingen, die gestern produziert worden und morgen bereits wieder vergessen sind.

 

Den Messungen zufolge gehen die rasch zunehmenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen mit immer tiefgreifenderen Umweltveränderungen einher, in deren Folge wir heute unter anderem vermehrt von plötzlichen und heftigen Wetterumschwüngen betroffen sind.

Förderung künftiger Fortschritte

Die sich rasant verändernden Entwicklungen könnten jedoch eine neue Ära der Aufklärung einläuten. In dieser könnte die heutige Gesellschaft neue Schlüsse ziehen und eingefahrene, althergebrachte Weltansichten mehr und mehr an den Rand unserer Erdkugel drängen. So könnte die heutige Gesellschaft digitale Technologien so nutzen, dass sie weder als Massenmarkt für den Einzelnen noch als reines Messinstrument gesellschaftlicher Mehrheiten dienen. Entscheidend bleibt dabei die Frage, wie diese Möglichkeiten künftig zum Wohle von Mensch und Umwelt eingesetzt werden können.

Aus diesen Überlegungen heraus ist eine kostenfreie Plattform entstanden, die durch das Sammeln von visuellen und schriftlichen Ausdrucksformen eine Ebene schafft, die weder durch „Likes” und „Comments” beeinflusst noch durch gefilterte Zugänge gelenkt wird. So versteht sich gvlonline.ch als eine frei zugängliche virtuelle Bibliothek oder virtuelles Museum, das in aller Ruhe und rund um die Uhr aufgerufen werden kann.

Literatur-, Quellenverzeichnis: 

ARTE. (2020). Vom Schreiben und Denken. Die Saga der Schrift (Teile 1–3) [Dokumentarfilm]. Erstausstrahlung 21.09.2020.

Jenni, H. (2010). Lehrbuch der klassisch-ägyptischen Sprache. Schwabe.

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Porträt einer jungen Frau mit braunen Haaren und Augen

gianna
valeria

laganà

Ciao, ich heisse gianna. gvlonline.ch ist aus meinem persönlichen Bedürfnis entstanden, einen virtuellen Raum zu schaffen, der als eine frei zugängliche Bibliothek oder ein virtuelles Museum genutzt und rund um die Uhr aufgerufen werden kann.

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